Berufsorientierung an der Nelli Neumann-Schule

„Berufsorientierung in der Schule ist in Nordrhein-Westfalen als Bestandteil der individuellen Förderung definiert. Diese Förderung macht aus der Berufsorientierung einen mehrjährigen, komplexen pädagogischen Prozess, der ohne Struktur nicht zu den gewünschten Erfolgen führt. Zu den erfolgreichen Strukturmerkmalen gehören ein Maßnahmenkonzept mit auf- einander aufbauenden Standardelementen...“ (Schule NRW 2011, 10).

In den letzten Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben immer mehr Irrwege und ‚Warteschleifen‘ gehen. Die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecher ist in den letzten Jahren auf etwa 25% gestiegen (vgl. www.kischuni.de/news/ausbildung/zahl-der-ausbildungsabbrecher-steigt-auf-24-4-an- 4603.html; www.spiegel.de/unispiegel/studium/studien-abbruch-jeder-vierte-bachelorstudent- bricht-studium-ab-a-971349.html).

Die Landesregierung reagiert darauf in ihrem Programm KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss – vgl. http://www.keinabschlussohneanschluss.nrw.de/) und die Nelli Neumann Schule besitzt ein abgestimmtes Programm, welches die Schülerinnen und Schüler1 auf ihren Berufsweg vorbereiten soll. Ziel ist es dabei, Praxiselemente mit Beratung zu verbinden und möglichst alle Partner mit an den Tisch zu holen (Schüler, Lehrer, Eltern, Arbeitsamt, Geniefabrik, Betriebe, Berufskollegs, kommunale Träger der beruflichen Bildung und Ausbildung).

Die Berufsorientierung durchzieht viele Bereiche im alltäglichen Schulleben unserer Schüler. Sie werden so gezielt auf das Arbeits- und Berufsleben vorbereitet. Gerade Förderschüler erleben den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt oft als Abbruch ihrer gewohnten individuellen Förderung und müssen daher frühzeitig und engmaschig unterstützt werden. Sie werden mit Hilfe von der Agentur für Arbeit, verschiedenen Bildungsträgern und anderen Beratungseinrichtungen auf die Zeit nach der Schulentlassung und auf Anschlussmaßnahmen vorbereitet.

Einige unserer Schüler besuchen nach der Schule eine berufsvorbereitende Maßnahme (BvB-Reha). Dort können sie sich um einen besseren Schulabschluss bemühen und/oder betreute Praxiserfahrungen machen. Sehr selten machen einige Schüler eine Einstiegsqualifikation (EQJ), um dann in die Ausbildung übernommen zu werden. Der Wunsch vieler Schüler und Eltern ist der anschließende Besuch eines Berufskollegs, um dort entweder ihren Schulabschluss nachzuholen oder zu verbessern.

Die Arbeit mit den Schülern der Oberstufe ist eine intensive Vorbereitung auf ihr zukünftiges Berufs- bzw. Arbeitsleben. Unsere Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung müssen sich nach der Schulentlassung in einer Arbeitswelt mit unterschiedlichsten Bedingungen und Voraussetzungen zurechtfinden können.

 

1 Für eine verbesserte Leserlichkeit wird im Folgenden auf die geschlechtsspezifische Erwähnung verzichtet. Beide Geschlechter sind, wenn nicht ausdrücklich betont, gleichermaßen angesprochen.

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